Stumm

Da benotet einer den Frühling,
ein anderer zerschneidet eine Geige,
hier haut eine die Liebe aus dem Stein,
dort bricht der Blick eines Panthers aus dem Weiß.
Ganz gleich ob Antonio Vivaldi, Pablo Picasso,
Camille Claudel oder Rainer Maria Rilke,
hier sind nur die Vier genannt,
– von Hunderttausenden.
Doch allesamt haben wir eines gemeinsam:
Unsere Kunst scheitert an der Stetigkeit ihrer Wirkung
– sie altert.

Das Bild erscheint uns nur im Licht,
– im Dunkel sehen wir es nicht.
Der Ton erklingt uns klar im Raum,
– verklungen hören wir ihn kaum.
Die Figur bezeugt uns eine Form,
– sie ist und bleibt vertraute Norm.
Das Wort umhüllt geschickt das Sein,
– bedeutet was und steht allein. 

*

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