An meine Kinder

Ich wünsche mir,
ich zeuge euch.
Ich zieh‘ euch groß,
ich liebe euch.

Ihr seid auf diese Welt gekommen, –
schon viele waren da,
habt mich in euer Herz genommen:
Oh! – Das war wunderbar.

Vertraulich wähntet ihr verschwommen
meiner Liebe Lieben!
Dem Ich im Anfang wohlgesonnen,
triebet ihr in Trieben.

Ihr kommt daher,
ihr wisst es nicht.
Ihr werdet Ich,
ihr tröstet nicht.

Nun, ich? – Ich habe nichts gewonnen,
wie ich es mir gedacht.
Bald hat man euch mir weggenommen.
Da bin ich aufgewacht.

Wahrhaft nichts ist vorgekommen,
mich bildet sich Ich ein,
ich fühle Mich und Ich beklommen;
So lass‘ Ich. Lass‘ mich sein.

All Sinn der Phantasie entnommen?
Bild, Ton, Zeit und Ort?
Was sein wird, ist bereits zerronnen.
Die Kinder sind nun fort.

Ich wünschte mir,
ich zeugte euch.
Ich zög‘ euch groß,
ich liebte euch.

*

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